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INTERVIEW
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Jennifer Hanley-Giersch | Carsten Giersch
Reputational Due Diligence supports the strategic risk management of business ventures in international markets. As introduced in the following article, the combination of Integrity Due Diligence with Political Due Diligence enables an investor to gain a comprehensive assessment of possible reputational risks attached to a business partner. This concerns compliance and corporate governance issues in relation to individuals and target companies as well as the reliability of the political environment in a specific country. |
Daniel Eisermann
Um das deutschrussische Verhältnis ist es derzeit atmosphärisch nicht gut bestellt. Schlagzeilen wie "Russland setzt Lufthansa ein Ultimatum" und Dissonanzen im außenpolitischen Verhältnis, etwa in der KosovoFrage, belegen, dass sich Sand im Getriebe der bilateralen Beziehungen befindet. Der Streit um die Überflugrechte der Lufthansa zeugt davon, dass abgesehen von politischen Differenzen Misstöne inzwischen auch das wirtschaftliche Verhältnis beeinträchtigen. |
INTERVIEW
Die Bahn schaltet auf stur, die Lokführer drohen mit unbefristeten Streiks. Gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma? Ein Gespräch mit dem Konfliktforscher Carsten Giersch |
Carsten Giersch
Im Streit um den künftigen Status für das Kosovo-Gebiet hat die internationale Gemeinschaft erhebliche Anstrengungen unternommen, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Keinem der Vorschläge wollten die verfeindeten Konfliktparteien der Kosovo-Albaner und der Serben jedoch zustimmen. Beunruhigend ist inzwischen auch die Uneinigkeit zwischen den internationalen Vermittlern, die sogenannte Troika aus Vertretern von EU, USA und Russland. |
Schaubild Politische Risikomatrix |
Rezensionen
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009; 389 S.; 39,90 €; ISBN 978-3-531-16453-3 (bestellen) Rezension der "Zeitschrift für Politikwissenschaft" erschienen online am 8. April 2009 (zpol.de): Wie können riskante Entscheidungen von Politikern, namentlich im Zusammenhang mit Krieg und Frieden, präzise analysiert werden? Diese Fragestellung wird im ersten Teil auf internationale Konflikte und im zweiten Teil auf Bürgerkriege angewandt. Dabei formuliert Giersch die These, dass die etablierte Erwartungsnutzentheorie, die sich auf die subjektiven Risikoeinstellungen der Protagonisten konzentriert, durch die "Prospect-Theorie" komplementär ergänzt werden müsse. Letztere bezieht den Status der Akteure ein. Dieser Status umfasst nicht nur den politischen Rang, sondern auch die Perzeption der Problemlage (das "Framing"). Als erstes Ergebnis hält Giersch fest: "Immer dann, wenn Akteure in unsicheren Entscheidungssituationen ein Defizit zwischen dem Status quo und einem anderen Status als Referenzpunkt wahrnehmen, werden sie in der Regel risikofreudige Präferenzen entwickeln" (85). Diese Erkenntnis wird durch zahlreiche empirisch-analytische Beobachtungen gestützt und führt zu einer differenzierten Darlegung der Kriegsrisiken in internationalen Konflikten. Im zweiten Teil wird die Befriedung von Bürgerkriegen eingehend untersucht. In diesem Zusammenhang entwickelt Giersch die These, dass es nunmehr riskant sei, von der militärischen zur politischen Ebene zu wechseln, weil ein Friedensschluss Unsicherheiten für die Bürgerkriegsparteien mit sich führe. Dagegen stellt er das "Konzept der Risikominderung" (223), das vielfältige und miteinander vernetzte Schritte vorsieht, die dann minutiös ausgearbeitet und vorgestellt werden. Insgesamt handelt es sich um eine faktenreiche und detaillierte Zusammenstellung von politischen Erfahrungsregeln, die im Rückgriff auf die Wahrscheinlichkeitsrechnung präsentiert werden. |
